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16. März 2018

JobCenter Essen: Neue Mietobergrenzen bleiben realitätsfern

Rückwirkend zum 1.3.2018 hat das JobCenter Essen neue Werte für die “angemessene” Miete festgesetzt. Um sage und schreibe 10 Cent, und das sogar pro Quadratmeter, werden die Mietobergrenzen angehoben. Essen bleibt damit bei dem, was Hartz4-Berechtigte für Wohnraum erstattet bekommen, im regionalen Vergleich 1) weit hinten. Bis auf Bottrop und Gelsenkirchen liegen in der gesamten Region die “angemessenen” Mieten meist deutlich höher.

Dabei sollte auch der Sozialverwaltung bekannt sein, dass in mehreren bislang günstigen Wohnquartieren Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Diese Sanierungen haben meist erhebliche Mietsteigerungen zur Folge. Der überwiegende Teil dieses sanierten Wohnraums ist nach der Sanierung schlicht zu teuer und die Miete gilt nicht mehr als “angemessen”. Zwangsumzüge bei immer knapper werdendem günstigen Wohnraum werden die Folge sein. Eine Folge, die “Sozial”dezernent Peter Renzel (CDU) scheinbar billigend in Kauf nimmt.

Problematisch ist auch, dass Familien mit vielen Kindern weiterhin zu wenig Wohnraum zugestanden wird. Damit setzt sich das JobCenter Essen über die Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes hinweg.

Alles in allem hinreichend Gründe, um für den Fall, dass die Miete nicht voll übernommen wird, Widerspruch einzulegen bzw. eine Beratung aufzusuchen.

Hier nun die neuen Sätze, zu finden auch auf der Seite des JobCenters Essen:

Angemessene Unterkunftskosten
– Maximale Bruttokaltmiete – ab dem
01.03.2018

1-Personen Haushalt 354,00 Euro
2-Personen Haushalt 450,45 Euro
3-Personen Haushalt 554,40 Euro
4-Personen Haushalt 667,85 Euro
5-Personen Haushalt 795,30 Euro
6-Personen Haushalt 880,80 Euro
7-Personen Haushalt 973,70 Euro
8-Personen Haushalt 1.062,60 Euro
9-Personen Haushalt 1.146,00 Euro

jede weitere Person 76,40 Euro

 

1) Die Studie zu den Betriebskosten für Gelsenkirchen ist neuerdings als Version 2.0 hier

3 Comments on “JobCenter Essen: Neue Mietobergrenzen bleiben realitätsfern

Luigi
23. Oktober 2019 um 14:37

Ich versuche zur Zeit eine Wohnung zu finden. Für die besagten 360€ inkl Nebenkosten ist es unmöglich eine bezahlbare Wohnungzu finden. Mittlerweile sind Wohnungen die gute 30qm kleiner sind als meine jetztige aber genauso teuer oder teurer! Sollte man dann eine finden scheitert es spätestens beim Wort JobCenter oder der Schufa auskunft die verlangt wird.

Antworten
Sylvia Schochow
1. November 2019 um 13:16

Ich verstehe Ihr Problem. Bitte dokumentieren Sie genau Ihre Suche nach einer Wohnung. Damit Sie dies dann ggf. beim Jobcenter nachweisen können. Telefonate, E-Mail-Verkehr, Inserate, etc. Listen Sie u. a. auch Ihre Unkosten auf, die Sie tatsächlich für die Wohungssuche hatten. Holen Sie sich zudem Hilfe vom Amt für Wohnungsangelegenheiten: https://www.essen.de/rathaus/aemter/ordner_33/wohnungsangelegenheiten/Wohnungsvermittlung.de.html
Viel Erfolg, mit freundlichem Gruß

Antworten
Alfred
22. Februar 2020 um 15:17

Guten Tag,

gut dass ich nicht der Einzige bin mit genau dem gleichen Problem.
Ich bin erst seit 2 Monaten beim Jobcenter. Meine Wohnung muss ich bald verlassen.Die Mietobergrenzen der Stadt Essen sind eine Katastrophe.
So geht die Stadt also mit Ihren Einwohnern um?!
Eine Hilfe vom Sozialamt gibt es leider nicht wirklich. Sozialwohnungen gibte es wenig und das muss der Stadt bekannt sein.Man kann nur noch in eine andere Stadt gehen wo es mehr gibt vom Jobcenter.Notunterkunft ?Nein Danke. Das ist doch Absicht von denen.
Allerdings muss man trotzdem weitersuchen!

Gruesse

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