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13. Oktober 2017

Preiswerter Wohnraum: SPD Essen fordert Quote

Grüne für höhere Mietobergrenzen des JobCenters

In die Debatte um den Mangel an preiswerten Wohnraum in unserer Stadt kommt Bewegung: Während die SPD nun sogar öffentlich für eine verbindliche Quote für Sozialen Wohnraum wirbt, denken die Essener Grünen über eine Anhebung der aktuellen Mietobergrenzen nach.

Interessant an der Forderung der SPD ist, dass sie auch das bereits Anfang 2016 von der ehemaligen Schöner Links-Ratsgruppe angesprochene Problem der räumlichen Verteilung innerhalb des Stadtgebiets anspricht. Demnach brauchen wir, salopp gesagt, mehr Sozialwohnungen im Essener Süden und Villen für den Norden. Ziel sollte es sein, der derzeitigen Teilung der Stadt entlang der A40 in einen armen Norden und einen reichen Süden entgegen zu wirken. Vor diesem Hintergrund wäre es womöglich sogar ausreichend, eine verbindliche Quote für Sozialen Wohnraum ausschließlich bei Bauvorhaben südlich der A40 vorzuschreiben.

Wie richtig die Überlegung der Essener Grünen ist, die Mietobergrenzen der JobCenters anzuheben, zeigt ein Blick über den Tellerrand hinaus: Essen ist als einzige Ruhrgebietsstadt in die Mietstufe IV entsprechend der Wohngeldverordnung eingruppiert, alle Anderen in die niedrigeren Stufen III (Bochum, Bottrop, Dortmung, Duisburg, Mülheim) oder II (Gelsenkirchen). Dennoch erkennen (mit Ausnahme Gelsenkirchens und Bottrops) die dortigen JobCenter teils deutlich höhere Mieten als „angemessen“ an. Dies zeigt der folgende kleine Vergleich:

2017-10-11-Vergleich Wohngeld und Angemessenheit – 1 Personen-Haushalte

Es stellt sich also die Frage, warum in Mülheim, Duisburg und Bochum (alle Mietstufe III) für einen 1-Personen-Haushalt teils deutlich über 360,- Euro Brutto-Kaltmiete, in Dortmund (Mietstufe III) sogar knapp 400,- Euro als angemessen anerkannt werden, in der Stadt Essen (Mietstufe IV) aber nur 349,- Euro?

One Comment on “Preiswerter Wohnraum: SPD Essen fordert Quote

Karaiskas
13. Oktober 2017 um 18:11

die Verantwortung hierfür- wie auch für alle anderen Sondermätzchen – trägt der Sozialdezernent Renzel!

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